Erwachsene
rund 25
Krankheitstage weniger pro Jahr
Am besten belegt ist arbeitsbezogene Unterstützung bei Depression.
Erwachsene mit psychischen Belastungen - die Studienlage
Für theoriegeleitete Ergotherapie bei psychischen Erkrankungen zeigt eine Meta-Analyse mittlere Effekte auf die Alltagsperformanz (Hedges g = 0,50) und kleinere auf das Wohlbefinden - auf Basis weniger, kleiner Studien mit Hinweisen auf Publikationsverzerrung (Ikiugu et al. 2017, American Journal of Occupational Therapy). Am besten belegt ist arbeitsbezogene Unterstützung: Bei Depression sparten arbeitsgerichtete plus klinische Interventionen im Schnitt rund 25 Krankheitstage pro Jahr (Cochrane-Review, Nieuwenhuijsen et al. 2020, moderate Sicherheit); ob nach über einem Jahr mehr Menschen wieder im Job waren, änderte sich dadurch allerdings nicht. Unterstützte Beschäftigung (Supported Employment) verdoppelte bei schweren psychischen Erkrankungen in Studien die Chance auf einen regulären Arbeitsplatz (Übersicht des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit, 2023) - als multiprofessionelles Modell, nicht als Alleinverdienst der Ergotherapie. Und ehrlich gesagt: Die psychisch-funktionelle Behandlung als Gesamtpaket ist bisher kaum in randomisierten Studien untersucht; die deutschen Leitlinien empfehlen sie überwiegend auf Konsensbasis. Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt ambulante Ergotherapie bei Depression nur abgeschwächt und begründet das selbst so: „weil die Evidenzbasis für ergotherapeutische Interventionen insgesamt schwach ist und weil die Indikation nur unscharf formuliert werden kann“. Ein systematischer Review zur Ergotherapie bei Depression fand unter 1.962 gesichteten Arbeiten am Ende fünf, die den Kriterien standhielten; gut belegt war vor allem die arbeitsbezogene Ergotherapie (Christie et al. 2021, Journal of Affective Disorders). Wie wir damit arbeiten, steht auf der Seite Psychisch-funktionelle Ergotherapie.




