Zutritt zu Pflegeheimen - Ist Ergotherapie während Corona möglich?

Für Heilmittelerbringung In Alten- und Pflegeheimen in und um Kassel gilt:

Ärztlich verordnete Heilmitteltherapien dürfen unter fast allen Umständen durchgeführt werden. Wir besprechen uns mit der jeweiligen Einrichtung über die hygienischen Schutzmaßnahmen. Lesen sie hier, welche Schutzmaßnahmen die Praxis Konsens für Ergotherapie in Kassel durchführt.

Ergotherapie in Pflegeheimen in Kassel bzw. Hessen ist möglich*.

Sprechen Sie im Zweifel zunächst das Leitungspersonal in den Pflegeheimen an.

*https://www.hessen.de/

Besuchsverbot für Therapeuten und Therapeutinnen? Das Hausrecht der Heime (aktuelle Gesetzeslage)

Alten- und Pflegeheime dürfen im Zusammenhang mit medizinisch notwendigen (ärztlich verordneten) Therapien, also auch den Heilmitteln Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Podologie NICHT von ihrem Hausrecht gebrauch machen, indem sie den Zugang zu den Wohnbereichen verweigern. AUCH NICHT bei positiv getesteten Covid19 Fällen. Die betreffende Verordnung des Landes Hessen in der Fassung vom 02. November 2020 finden sie hier.

„(3) Abweichend von Abs. 1 dürfen Personen, die in einer Einrichtung nach Abs. 1 versorgt werden, jederzeit besucht werden von
d) sonstigen Personen, denen aus beruflichen oder therapeutischen Gründen oder aufgrund hoheitlicher Aufgaben Zugang zu gewähren ist,“

Das Gesundheitsamt Kassel (0561 115) regelt als kommunal zuständige Behörde Angelegenheiten in diesem Sinne.

Zutritt zu Pflegeheimen (in Risikogebieten)

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am 24.04.2020 eine aktuelle Empfehlung zur Hygiene in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen veröffentlicht. Danach gilt in derartigen Einrichtungen grundsätzlich:

Kernpunkte Basismaßnahmen für Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen
Strikte Einhaltung der Basishygiene einschließlich der Händehygiene und die konsequente Umsetzung der Vorgaben des HYGIENEPLANS DER EINRICHTUNG.
Darüber hinaus wird im Rahmen der COVID-19-Pandemie auch außerhalb der direkten Versorgung von COVID-19-Patienten das generelle Tragen von Mund-Nasen-Schutz (MNS) durch sämtliches Personal mit direktem Kontakt zu allen Risikogruppen aus Gründen des Risikopersonenschutzes während der Pandemie empfohlen. Weiterhin dient dies auch dem Personalschutz, da Übertragungen zwischen Mitarbeitern vorgebeugt wird. Hintergrund ist, dass eine COVID-19- Erkrankung auch sehr milde oder asymptomatisch verlaufen kann und von den Mitarbeitern gar nicht bemerkt wird. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass bereits 2 Tage vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome das Virus ausgeschieden und übertragen werden kann.

Bei der Versorgung von Risikopersonen mit respiratorischen Symptomen sollte, soweit dies toleriert wird, auch von den Risikopersonen selbst ein MNS getragen werden bis zum Vorliegen des Testergebnisses. Bei positivem Test siehe unten (Abschnitt 4.2.4.2).

Allgemeine Hygienemaßnahmen für Risikopersonen, Personal (auch Reinigungskräfte), Besucher:

Einhaltung von Husten-und Nieß-Regeln: Husten und Niesen in die Ellenbeuge oder in ein Einmaltaschentuch, nicht in die Hand; Entsorgung der Einmaltaschentücher in geschlossenem Abfalleimer mit Müllbeutel. Vermeidung der Berührung des Gesichts, insbesondere von Mund und Nase.

Händehygiene: Händewaschen vor und nach der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang, nach einem Aufenthalt im Freien, nach Berührung von gemeinsam genutzten Gegenständen (Türgriffe) usw.

Beachtung der Abstandsregelung (1,5-2m)

Kontaktreduzierung (Mitbewohner, Mitschüler, Besucher)
Einmaltaschentücher sollten in allen Bereichen, auch den Wohnbereichen der Bewohner, sowie beim Betreten der Einrichtung bereitgestellt werden. Mülleimer mit Müllbeutel zur Entsorgung von Einmalartikeln (z.B. Taschentücher, Masken) sollten im Innenbereich der Zimmer vor der Tür aufgestellt werden. Zur Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“ (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden.

Tägliche Wischdesinfektion von häufig berührten (Handkontakt-) Flächen (z.B. Türklinken) bzw. sensiblen Räumlichkeiten (z.B. Nassbereich)

Alle Medizinprodukte mit direktem Kontakt zu Heimbewohnern bzw. Menschen, die in Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung betreut werden (z.B. Fieberthermometer, Stethoskope, Blutdruckmanschetten etc.) sind personenbezogen zu verwenden.

Leider wird von einigen Pflegeheim-Betreibern (z. B. AWO) immer wieder ein Besuchsverbot im Falle einer positiven Testung oder gar nur eines Verdachtes im ganzes Haus auch ein „Besuchsverbot“ für TherapeutInnen ausgesprochen. Da es aber bei der Ergo- und Physiotherapie nicht um reguläre Besuche, sondern um ärztlich verordnete Therapien (und damit medizinisch notwendige Behandlungen) geht, ist dies rechtlich mindestens zweifelhaft. Sprechen Sie uns im Falle eines Besuchsverbotes für Ihre Angehörigen auf dieses Thema an. Wir werden mit den Betreibern Kontakt aufnehmen.

„Ich glaube, dass wir das mit einem Besuchermanagement auch gewährleisten können“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom 19. Oktober. Das bedeute natürlich „nicht, dass alle am Heiligabend um 17 Uhr kommen können“. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert, dass Bewohner von Pflegeheimen ihre Angehörigen an Weihnachten sehen dürfen. Der „Grad zwischen Hygieneschutz und zum Beispiel Familienbesuch und Lebensqualität“ müsse gut abgewogen werden: „Isolation um jeden Preis darf nicht sein.“

Kostenfreie Corona-Tests auch für Ergotherapeut*Innen

In der am 15. Oktober 2020 in Kraft getretenen Coronavirus-Testverordnung (TestV) hat das Bundesgesundheitsministerium festgelegt, dass zur Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 unter anderem Personen, welche in Heilmittelpraxen, voll- oder teilstationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen oder Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen tätig sind, einen Anspruch auf eine regelmäßige kostenfreie Diagnostik mittels Antigen-Test haben, … Dies gilt auch für Personen, welche weder Kontakt zu Covid-19-Infizierten hatten noch selbst Symptome zeigen.

Der Zutritt zu Pflegeheimen in Kassel ist fast immer möglich. Therapien müssen durchgeführt werden.

Tipps in einfacher Sprache:

Vielleicht möchten Sie einen Besuch machen in einer Einrichtung. Oder Sie wohnen in einer Einrichtung: In einem Wohn-Heim, in einem Alten-Heim. Oder Sie sind in einem Krankenhaus. Es gibt Regeln für den Besuch. Die Menschen in einer Einrichtung gehören nämlich oft zur Risiko-Gruppe. Sprechen Sie den Besuch ab. Dann erfahren Sie die Regeln für den Besuch.