Lernen, Bewegen, Spielen

Ergotherapie für Kinder

Bei der Ergotherapie für Kinder in Kassel stehen Tun, Spielen und Freude im Vordergrund. Ergotherapie kann Kinder bei Schulthemen, Wahrnehmung, Motorik und Entwicklungsverzögerungen unterstützen - ressourcenorientiert, mit Blick auf das, was dein Kind kann. Die Verordnung stellt eure Kinderärzt:in aus.

Was Du kannst, was Du willst, was Du liebst.

Wir benutzen unsere Hände zum Spüren, bewegen uns im Raum, bauen etwas oder nutzen die Computer. Unsere Sinne geben uns Energie: Hören, Sehen, Fühlen, Sprechen, Verstehen. Manchmal ist es anstrengend. Josie, Laja, Hanna, Merle, Dennis, Kaja, Martin, Hannah, Niklas, die Praktikant:innen und manchmal auch Tessa sind für Dich da. Du kannst mit uns auch über Schule sprechen. Wenn Du möchtest, kannst Du Dir eine Belohnung aussuchen.

Ein Mädchen schaukelt im Sensomotorik-Raum, im Hintergrund sitzen die Eltern im Gespräch

Liebe Eltern: Woran merkt ihr, dass Ergotherapie helfen könnte?

Vielleicht kommen die Rückmeldungen aus Schule oder Kita, vielleicht spürt ihr es selbst: Die Hausaufgaben enden im Streit, das Anziehen dauert ewig, die Stifthaltung will nicht gelingen, oder euer Kind wirkt schneller überfordert als andere. Nichts davon macht euer Kind „falsch“ - es zeigt, dass es gerade Unterstützung braucht. Die Verordnung stellt eure Kinderärzt:in aus; die Kosten übernimmt dann die Krankenkasse. Und ihr als Eltern gehört bei uns ausdrücklich dazu: Beratung von Bezugspersonen ist fester Teil der Behandlung.

Warum fördern statt Defizite herausstellen?

Ergotherapie für Kinder ist Ressourcenarbeit. Für Kinder ist es wichtig, persönliche Stärken wahrzunehmen - unsere Praxis tut genau das. Natürlich geraten Kinder auch in Krisen oder leiden unter körperlichen Symptomen; Schwierigkeiten in der Schule und Verhaltensauffälligkeiten sind als Ausdruck seelischer Prozesse Thema in der Ergotherapie. Jugendliche sind auf der Suche nach ihrer Identität, wollen ihre Aufgabe im Leben finden und stehen vor der schwierigen Entscheidung der Berufswahl.

KI-Zeichnung: Friedrich Schiller

Der Mensch ist ganz Mensch dort, wo er spielt.

Friedrich Schiller

Was macht die Umgebung mit dem Lernen? Ein Beispiel

Ein Schüler ist seit drei Jahren in seiner Klasse. Zu Hause sind die Deutschkenntnisse schlecht, die Sprachbarriere hindert ihn daran, in der Schule Spaß und Lernerfolge zu erleben. In der vierten Klasse fährt die Klasse an die norddeutsche Küste. Am Strand erinnert ihn Wasser, Luft und Landschaft an seine Heimat - und doch ist alles anders. Er trifft ein Kind, mit dem er seine Muttersprache sprechen kann, und merkt plötzlich, wie alles, was er wahrnimmt, mehr Spaß macht und Bedeutung bekommt. In dieser sogenannten relevanten Umgebung erwirbt er in zehn Tagen mehr Sprach- und Sozialkenntnisse als in den drei Jahren zuvor.

Therapeut im Konsens-Hoodie experimentiert mit zwei Jungen an einer Werkbank, im Hintergrund das Logo-Wandbild
Lernen in relevanter Umgebung: gemeinsames Experimentieren in der Praxis.

Erziehungswissenschaften und Psychologie helfen uns, solche Konzepte in die Praxis zu bringen: Erlebnispädagogik, Wissenschaftspädagogik, Ansätze aus der Reformpädagogik und die Erfahrung aus vielen Jahren tiergestützter Arbeit mit unserer Praxishündin Tessa, die heute im Vor-Ruhestand ist.

Welche Methoden setzen wir bei Kindern ein?

Jedes Kind ist verschieden - allen gemeinsam ist der Wunsch nach Zufriedenheit und Gemeinschaft. Ergotherapie für Kinder ist keine Leistungsoptimierung: Behandelt werden zum Teil angeborene Behinderungen und Entwicklungsverzögerungen, dazu Schulthemen wie Aufmerksamkeit, Feinmotorik, Sozialverhalten und Stimmung. Während das eine Kind mehr Strukturierung braucht, sind für andere größere Freiheiten nötig - wir fragen in jeder Situation: „Was brauchen wir hier?“

  • Systemische Interventionen
  • Wahrnehmungsübungen
  • Interaktionsspiele
  • Hausaufgabentraining, Marburger Konzentrationstraining (MKT)
  • Entwicklungs-Assessments (z. B. FEW-2, MOT, DAT)
  • Malen, Kneten, Ausdrucksübungen
  • Rollenspiele
  • Wissenschafts- und Naturpädagogik
  • Medienkompetenz-Training

Wird in der Ergotherapie nur gespielt?

Ja, wir spielen - und das mit Absicht. Spiele fördern Fein- und Grobmotorik, trainieren Gedächtnis, Problemlösen und Konzentration und bieten einen geschützten Rahmen, um soziale Interaktion zu üben. Durch den spielerischen Ansatz fühlt sich Therapie weniger nach Therapie an - das erhöht die Bereitschaft, aktiv mitzumachen, und stärkt über Erfolgserlebnisse das Selbstwertgefühl. Frei nach Schiller: Der Mensch ist ganz Mensch, dort wo er spielt.

Auch die Beratung von Eltern und Bezugspersonen gehört fest zu unserer Arbeit - mehr dazu unter systemische Beratung. Und warum wir mit Kindern zielorientiert arbeiten - an Aufgaben, die das Kind selbst erreichen will -, erklärt mit der Studienlage der wissenschaftliche Hintergrund.

Welche Rolle spielt Musik bei uns?

Wenn dein Kind Lust auf Musik hat: eine große. In der Praxis warten Klavier, Gitarre, Handpan, Blockflöte, Trommeln und Rasseln - und am Computer lässt sich eigene Musik produzieren. Kinder probieren sich aus, finden ihren Klang und merken: Das habe ich selbst gemacht. Genau darum geht es. Musik ist bei uns keine eigene Therapieform, sondern ein Medium innerhalb der Ergotherapie: Sie baut Vertrauen auf, macht Selbstwirksamkeit hörbar und weckt den eigenen Antrieb. Manchmal hören wir auch einfach gemeinsam zu oder holen uns Rhythmus-Elemente aus der TaKeTiNa-Arbeit dazu - alles im Rahmen der normalen Verordnung.

Die Begeisterung dafür ist bei uns hausgemacht: Im Team stecken klassische Musikausbildungen, unter anderem bei Dennis Noll und Kaja Schütz. Dennis hat 2008 den KlangKeller e.V. mitgegründet, einen gemeinnützigen Kasseler Verein zur Förderung musikalischer Jugendkultur (Kulturförderpreis der Stadt Kassel 2017) - dort ist die Arbeit mit Musik und jungen Menschen über viele Jahre gewachsen.

KI-Illustration: Musikecke der Praxis mit Klavier, Gitarre, Handpan und Trommeln in warmem Licht

Sorgen um dein Kind?

Ruf uns an oder schreib uns - wir nehmen uns Zeit für die Frage, was dein Kind gerade braucht. Ein kurzes Telefonat reicht für den Anfang.

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