Einfach ist schwer. Was ist Achtsamkeit? 

Was ist Achtsamkeit? Das Wort wird viel benutzt. Nie war Achtsamkeit in all ihren Ausprägungen wichtiger als in Zeiten einer Pandemie, wie wir sie jetzt erleben. In Wikipedia steht als Erklärung für Achtsamkeit:
„Achtsamkeit (pa. sati, skt. smriti): Sich seiner Gefühle, Gedanken und Handlungen in jedem Augenblick voll bewusst sein.“

Achtsamkeit bedeutet also wortwörtlich: Im „Hier und Jetzt“ sein; erkennen, was ist. Man fragt sich also: „Was passiert gerade?“. (Das ist deswegen so schwierig, weil es einfach ist. Aber dazu unten mehr.)

Achtsamkeit hat zwar etwas mit Meditation zu tun. Aber man muss sich dafür nicht komisch hinsetzen oder irgendetwas besonderes tun. Es heißt „nur“: Wirklich da sein.

Achtsamkeit in der Ergotherapie

Keine Eile! Achtsamkeit in der Ergotherapie

Achtsamkeit in der Ergotherapie kann eine Quelle von Heilung sein. Dabei können Kinder und Erwachsene sich spielerisch, handwerklich oder in Bewegung freudvoll beschäftigen. Beim Training von Koordination und Motorik, der Wahrnehmung, der Balance und des Körpergefühls können Prinzipien der Achtsamkeitsmeditation vermittelt werden. Wir sprechen nur, wenn es nötig ist. Wir fühlen uns leicht und unbeschwert beim Ausführen der Tätigkeiten. Ein freundliches Umfeld macht die „Arbeit“ noch angenehmer.

Die Therapie im Bewegungsraum bringt uns mit unseren Sinnen in Berührung und nährt unsere Verbindung zur Lebensfreude. Beim Basteln, Malen und am Computer, merken wir jeden Tag mehrfach, wie diese Haltung schon zur Beruhigung von Körper und Geist beiträgt. Es geht nicht darum, so schnell wie möglich fertig zu werden.

Eine moralische Grundhaltung (Aus Philosophie und Religion)

Achtsamkeit ist für den Autor und Gründer der Praxis ein Begriff aus dem Buddhismus. Andere Menschen haben andere Vorstellungen. Hier wird auf einen einflussreichen Vietnamesischen Lehrer (Thich Nhat Hanh) Bezug genommen. Vergleichbar mir dem Dalai Lama, ist er ein Vorbild für Millionen. „Thay“ (Lehrer), wie er liebevoll genannt wird, erlitt im Jahr 2015 eine schwere Hirnblutung und lehrt, spricht und schreibt seitdem nicht mehr.

Wir nehmen Bezug auf die fünf Achtsamkeitsübungen:
1. Achtung vor dem Leben: Gewaltfreiheit
2. Großzügigkeit: Nicht-Stehlen, Genügsamkeit, Solidarität und Sozialbewusstsein
3. Sexuelle Verantwortung: Respekt vor Liebe, Schutz vor Missbrauch, Kultivieren von Verantwortungsgefühl zum Schutz der Integrität von Individuen, Paaren, Familien und Gesellschaft
4. Aufmerksames Zuhören und mitfühlendes Sprechen: Methoden der „gewaltfreien Kommunikation“
5. Achtsamer Konsum: Achten auf geistige und körperliche Gesundheit, Meiden von „Giften“, Entschlossenheit zur „bewussten Lebensweise“

Thich Nhat Hanh

Diese Haltung ist dabei mehr als die Suche nach einer objektiven Antwort auf eine sehr allgemeine Frage. Es gibt zwei verschiedene Arten der Achtsamkeit und dabei mehrere „Ziele“ der Achtsamkeit. Übersetzen lässt sich das im Gesundheitswesen beinahe inflationär benutzte Wort also mit Fokussiert sein

auf:

– Das große Ganze
– Eine Sache