Anliegen

Erschöpfung und Überforderung

Wenn Erschöpfung deinen Alltag bestimmt - nach langer Überlastung, einer Erkrankung oder Long-Covid - kann Ergotherapie dich unterstützen: mit Energiemanagement (Pacing), Achtsamkeit und einer Tagesstruktur, die zu deinen Kräften passt. Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Vielleicht kennst du das: Der Wecker klingelt, und du bist schon müde. Die einfachsten Dinge - einkaufen, aufräumen, eine Nachricht beantworten - fühlen sich an wie Berge. Und je mehr du dich anstrengst, desto leerer wird der Akku. Du musst das nicht wegatmen und auch nicht allein durchziehen.

Praxishündin Tessa liegt ausgestreckt und entspannt auf einer Therapiematte im Sensomotorik-Raum

Woran merkst du, dass es zu viel ist?

Überlastung hat viele Gesichter. In unserer Arbeit nach dem Modell der Salutogenese schauen wir auf drei Arten von Belastungen:

  • Einschneidende Lebensereignisse

    Angenehme wie unangenehme: Heirat, Trennung, Berufswechsel, Krankheitsereignisse.

  • Akute Widrigkeiten

    Wie sie jedem passieren: Streit, Unfälle, misslungene Versuche, nicht bestandene Prüfungen.

  • Chronische Stressoren

    Berufliche Überforderung, unglückliche Beziehungen, Mobbing, dauerhafter Ressourcenmangel.

Entscheidend ist nicht, wie „schlimm“ die Belastung von außen aussieht - sondern was sie mit deinen Kräften macht.

Wie kann Ergotherapie bei Erschöpfung unterstützen?

Ergotherapie setzt da an, wo Erschöpfung am meisten wehtut: bei den alltäglichen Dingen, die kaum noch gehen. Bausteine können sein:

  • Pacing / Energiemanagement

    Deine Energie bewusst einteilen, Pausen planen, Überforderungsspiralen unterbrechen.

  • Stressbewältigung und Achtsamkeit

    Achtsamkeitsübungen und Entspannungstraining, um den täglichen Stress zu reduzieren.

  • Tagesstruktur

    Eine Ordnung für den Tag finden, die trägt - statt einer, die zusätzlich Druck macht.

  • Belastbarkeit schrittweise aufbauen

    In kleinen, machbaren Schritten - Lernen findet nicht in der Komfortzone statt, aber auch nicht in der Überforderung.

Verordnet wird das als psychisch-funktionelle Behandlung - den fachlichen Überblick dazu findest du auf der Seite Psychisch-funktionelle Ergotherapie.

Der schwerste Teil beim Pacing ist selten die Technik. Er liegt darin, die eigene Belastungsgrenze anzuerkennen, ohne sich dafür zu verurteilen. Dazu gibt es die Seite Radikale Akzeptanz.

Long-Covid und Fatigue: wenn der Körper nicht mehr mitzieht

Nach einer Covid-19-Erkrankung können Beschwerden über Monate bleiben. Häufige Herausforderungen sind:

  • Müdigkeit: extreme Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert
  • Atemprobleme: Kurzatmigkeit und Atemnot
  • Konzentrationsstörungen: Schwierigkeiten, sich zu fokussieren
  • Schmerzen: Gelenk- und Muskelschmerzen

Die Behandlung von Long-Covid ist Teamarbeit mehrerer Disziplinen. Ergotherapie kann dabei die Wiedererlangung von Alltagsfähigkeiten und die berufliche Wiedereingliederung unterstützen - unter anderem mit Pacing, Schlafhygiene-Strategien und einer achtsamen, schrittweisen Steigerung der Aktivität. Der Ansatz der Salutogenese hilft, trotz chronischer Beschwerden Widerstandskraft und Ressourcen zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern.

Wenn die Beschwerden nach einem Infekt hartnäckig bleiben - etwa bei ME/CFS oder einer ausgeprägten Belastungsintoleranz (PEM) - haben wir das ausführlich auf der Seite Post-Covid, ME/CFS und Fatigue beschrieben.

Häufige Fragen zu Erschöpfung und Ergotherapie

Brauche ich eine Diagnose, um zu euch zu kommen?

Nein. Du darfst dich auch ohne Diagnose melden. Für die Behandlung über die Krankenkasse brauchst du eine ärztliche Verordnung, zum Beispiel von deiner Hausärzt:in. Ohne Verordnung kannst du unsere Ergotherapie als Selbstzahler:in nutzen (§ 1 Abs. 1 HPG).

Kann Ergotherapie bei Long-Covid und Fatigue unterstützen?

Ja, Ergotherapie kann ein Baustein der Long-Covid-Behandlung sein: Sie unterstützt die Wiedererlangung von Alltagsfähigkeiten und die berufliche Wiedereingliederung - unter anderem mit Pacing, Schlafhygiene-Strategien und einer achtsamen, schrittweisen Steigerung der Aktivität.

Was bedeutet Pacing?

Pacing heißt, die eigene Energie bewusst einzuteilen: Belastung und Pausen planen, Warnsignale ernst nehmen und Überforderungsspiralen unterbrechen. In der Ergotherapie erarbeiten wir gemeinsam ein Pacing, das zu deinem Alltag passt - statt eines starren Plans von der Stange.

Mehr Antworten in den häufigen Fragen; wie der erste Termin abläuft, steht auf der Kontaktseite.

Lern uns kennen.

Du musst dafür keinen guten Tag erwischen. Melde dich, wie es dir gerade geht - den Rest sortieren wir zusammen. Langsam ist auch ein Tempo.

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